Besondere Aufmerksamkeit Kritische Stelle
[02:04] „Es herrscht also viel Unsicherheit. VW-Chef Oliver Blum geht jetzt auf Werktour. Los geht's mit einer Betriebsversammlung in Wolfsburg, dem größten VW-Werk. Und für uns vor Ort ist mein Kollege. Ich bin Bertil Stark, ich bin Reporter beim NDR, im Landesfunkhaus in Niedersachsen. Und ja, da beschäftige ich mich zwangsläufig ganz viel mit Volkswagen. Denn Volkswagen spielt in Niedersachsen eine ganz, ganz wichtige Rolle. Das muss man so sagen. Das Land Niedersachsen ist außerdem Anteilseigner an VW. Bei wichtigen Entscheidungen, wenn es zum Beispiel um den kompletten Konzernumbau geht, braucht die VW-Führung die Zustimmung des Bundeslandes. Und wenn wir jetzt nach Wolfsburg schauen, was ist das Ziel von diesem Bergsbesuch? Also was erhofft VW-Chef Oliver Blum sich und was erhoffen sich die rund 60.000 Mitarbeitenden in Wolfsburg? Na, da muss man erst mal dazu sagen, das ist ja nichts, was der VW-Konzernvorstand erst mal geplant hat. Das ist nämlich auf Initiative des Betriebsrats passiert. Der hat der Chef-Etage vor den Werksferien ein Ultimatum gesetzt und gesagt, ja, wenn ihr euch bis dahin nicht äußert, bis zum Ende dieses Ultimatums, dann werden wir halt solche Betriebsversammlungen einberufen. Und so ist es dann auch gekommen. Bei diesen außerordentlichen Betriebsversammlungen, da muss die Chef-Etage dann auch auf die Bühne gehen und sich erklären. Also das ist jetzt nicht geplant gewesen vom VW-Konzernvorstand. Also er ist gezwungen worden im Grunde genommen? Er ist gezwungen worden, aber natürlich versucht beispielsweise Oliver Blume, der VW-Chef, sind ja auch noch andere Vorstände, die da jetzt in den nächsten Tagen auf Tour gehen, versucht da natürlich die Belegschaft hinter sich zu bringen, für den Kurs zu werben, um Verständnis auch zu werben. Auf der anderen Seite will die Belegschaft aber tacheles und Klartext hören, weil man hört die ganze Zeit von Jobabbau-Programmen, von Standorten, die möglicherweise geschlossen werden. Das verunsichert natürlich enorm. Und ja, da wollen Sie jetzt einfach mal hören, was Sache ist. Was weiß man denn, was Sache jetzt ist? Und ob Blume das geliefert hat bei dieser Veranstaltung, was sich die Belegschaft erhofft hat? Presse durfte ja nicht dabei sein, aber was hast du gehört? Es ist schon ein bisschen was durchgedrungen. Der Betriebsrat hat sich nämlich schon geäußert schriftlich. Und ja, da kann man schon relativ klar erkennen, dass Oliver Blume die Belegschaft auf jeden Fall eher enttäuscht hat. Da ist von eher verlorenem Vertrauen die Rede. Da ist auch die Rede davon, dass er überhaupt nicht konkret wurde. Was denn jetzt beispielsweise mit diesem Jobabbau-Programm, was da immer diskutiert wird, was es damit jetzt auf sich hat. Welche Marken betroffen sind, welche Standorte betroffen sind und so weiter und so fort. Die Belegschaft, die geht da eher enttäuscht aus dieser Tour heraus. Was ist denn bisher klar? Also klar ist, VW muss sparen. Der ganze Konzern soll aber auch umgebaut werden. Jetzt ist ganz viel über Stellenabbaus die Rede gewesen, über mögliche Werksschließung. Was weiß man Stand heute? Was sind die größten Punkte, die verändert werden sollen? Also ganz klar ist, dass die Kosten bei Volkswagen runter müssen. Die liegen nach Konzernangaben ungefähr 30 Prozent über dem Durchschnitt der anderen Unternehmen in der Branche. Das heißt, Volkswagen verdient einfach viel zu wenig Geld mit den Autos, die sie dann am Ende des Tages verkaufen. Die Werke sind schwach ausgelastet. Das sind ja Riesenwerke, zum Beispiel in Wolfsburg. Das kann man sich gar nicht vorstellen, wie groß diese Werkshallen sind. Das ist eine halbe Stadt, die nur quasi eine Fabrik ist. Und wenn natürlich in so einem großen Werk kaum Autos produziert werden, dann kostet das natürlich enorm viel Geld. Und das muss Oliver Blume unter anderem angehen. Das sind die hausgemachten Probleme. Es gibt dann natürlich noch weitere Probleme, auf die muss der Konzern reagieren. In China läuft es überhaupt nicht. Die Probleme in Deutschland konnten in den letzten Jahren eigentlich immer mit dem Geld aus China dann nochmal bezahlt werden. Das ist jetzt nicht mehr so. Hinzu kommen die US-Zölle. Mehr als 5 Milliarden Dollar muss Volkswagen da zahlen. Das ist Geld, was hier jetzt in Deutschland fehlt. Das sind schon große Aufgaben, vor denen Oliver Blume da steht und große Aufgaben, die da angegangen werden müssen. Aber er braucht dafür natürlich auch die Arbeitnehmerseite. Aber es ist jetzt noch nicht klar, ob wirklich Werke und welche Werke geschlossen werden, oder? Nee, das ist noch nicht klar. Oliver Blume betont ja auch immer, es gibt andere Lösungen als Werkschließungen. Und es ist auch nicht so, dass jetzt von heute auf morgen eine Fabrik dichtgemacht würde, sondern mehrere Standorte, Emden, Zwickau, Hannover und das Audiwerk in der Kassum, die haben keine Fol"
VW-Mitarbeiter haben Existenzängste, da sie nicht wissen, wie es mit ihrem Job weitergeht
🛡️ Geprüft von Parinhood · Methodik ·
Unabhängigkeit
Hinweis, kein Urteil: Diese Stelle kann je nach Kontext (Ironie, pädagogische Absicht) anders wirken. Im Zweifel selbst reinhören.